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Wille

Wille – gewillt, wollen, Wille

Im Schneckentempo beweg ich mich
an einem heißen Sommertag den Berg hinauf,
zu glitzernden und mit Sonnenlicht bedeckten Gipfeln,
zieht es mich.

Das kleine Kind in mir möchte schnellen Schrittes die Spitze erklimmen,
im Gepäck den felsenfesten Glauben daran,
dass die Aussicht dort oben wunderschön,
dass sie besser und schier unglaublich ist.

Kleine Kinder machen große Augen,
wenn sie ein neues Spielzeug geschenkt bekommen,
es nimmt für eine Zeit, ihre ganze Aufmerksamkeit ein.
Auch ich, bereits als er-wachsen deklariert,
fühle mich zu neuen, mir unbekannten Dingen hingezogen,
will sie erkunden, am liebsten gleich sofort mein Eigen nennen.
Ich nehme also das Spielzeug in die Hand,
spiele damit ein Weilchen lang,
bis mein Blick wandert und etwas Neues entdeckt,
und schon ist vergessen mein Ausgangspunkt.
Ein bisschen wie Kaugummi,
das mit der Zeit den Geschmack verliert,
so fad schmeckt,
dass man es entsorgen muss,
denn es gibt einem nichts mehr.

Man vergisst so schnell woher man kommt,
so schnell vergisst man sich,
bei dem fortwährenden Suchen
nach Dingen, die strahlen im Außen.
Ich habe Angst mich zu verlieren in der Hektik da draußen,
also suche ich mir Momente der Stille,
um mich an meine Wurzeln zu erinnern,
um mir zu vergegenwärtigen,
was wirklich zählt.
Nicht das,
was wir an der Oberfläche sehen,
sondern das,
was im Innern herrscht
.